
(Vorläufige Übersetzung, die ab und zu verbessert wird.) Einleitung
Gita-Dhyanam Kap.1 2 (1.Teil) 2 (2.Teil) 3 4 5 6 7 8 9 10 11 12 13 14 15 16 17 18
Kap.1 2 (1.Teil) 2 (2.Teil) 3 4 5 6 7 8 9 10 11 12 13 14 15 16 17 18
INHALT: Die Verleihung des göttlichen Auges — Arjuna wird überwältigt durch seine spirituelle Erfahrung — Diese Erfahrung wird nur durch Gnade erlangt
Om, dem glückverheißenden höchsten Selbst Verneigung.
Hier beginnt das elfte Kapitel.
Arjuna sprach —
Durch das Wort, was du aus Gefälligkeit zu mir gesprochen hast zum höchsten Geheimnis, welches das Überselbst genannt wird, ist meine Verwirrung verschwunden. (11:1)
Vom Entstehen und Vergehen der Wesen habe ich ausführlich von dir gehört, Lotusäugiger, und auch von deiner unvergänglichen Majestät, (11:2)
In der Art, wie du dich selbst beschreiben hast, o höchster Gebieter, möchte ich deine göttliche Gestalt schauen, o höchstes Wesen. (11:3)
Wenn du denkst, dass es möglich ist, dass ich dies schauen kann, o Herr, o Yogagebieter, dann lasse mich dein unvergängliches Wesen sehen. (11:4)
Der Herrliche sprach —
Schau meine Gestalten, zu Hunderten, und nun zu Tausenden, die vielfältigen, himmlischen, von verschiedener Farbe und Gestalt. (11:5)
Schau die Âdityas, die Vasus, die Rudras, die beiden Ashvins, die Maruts ebenso und viele vorher nie geschaute Wunder, Arjuna (11:6)
Schau hier jetzt zu einem vereint das ganze Universum, mit belebtem und unbelebten Wesen, in meinem Körper, Arjuna, und was du sonst noch zu schauen wünscht. (11:7)
Du kannst mich jedoch nicht mit diesen deinen eigenen Augen sehen. Ich gebe dir himmliche Augen, schau meine yogische Herrlichkeit. (11:8)
Sanjaya sprach —
Nachdem der große Herr des Yoga, Hari, so gesprochen hatte, o König, zeigte er dem Arjuna die höchste göttliche Gestalt. (11:9)
Mit zahllosen Mündern und Augen, mit zahllosen wundervollen Anblicken, mit zahllosen himmlischen Schmuckstücken, mit vielen himmlischen hochgehaltenen Waffen. (11:10)
Himmlische Girlanden und Gewänder tragend, mit himmlischen Wohlgerüchen gesalbt, den aus allen Wundern bestehenden unendlichen Gott mit überallhin gewandtem Antlitz. (11:11)
Wenn am Himmel das Licht von tausend Sonnen gleichzeitig aufgestiegen wäre, das wäre vergleichbar mit dem Glanz dieses großen Wesens. (11:12)
Arjuna sah dann das ganze vielfältig unterteilte Universum dort vereinigt im Körper des Gottes der Götter. (11:13)
Den Kopf verneigt sagte daraufhin Arjuna, der von Verwunderung erfüllt war, dessen Haare zu Berge standen, mit zum Gruß zusammengelegten Händen zu dem Gott. (11:14)
Arjuna sprach —
Ich sehe alle Götter in deinem Körper, o Gott, ebenso die vielfätigen Scharen der Geschöpfe, den Weltenschöpfer auf dem Lotusthron, alle Seher und die himmlichen Schlangenwesen. (11:15)
Mit vielen Armen, Bäuchen, Mündern, Augen sehe ich dich überall von unendlicher Gestalt. Nicht Ende, nicht Mitte noch wiederum deinen Anfang sehe ich, o Herr des Alls von der Gestalt des Alls. (11:16)
Diadem, Keule und Diskus tragend, als Glanz-Masse die überall voller Licht ist, sehe ich dich, den schwer Anzublickenden, mit ringsherum unermesslich strahlender Feuer-Sonnen-Helligkeit. (11:17)
Du bist das Unzerstörbare, Höchste, das es zu kennen gilt. Du bist des Alls höchste Ruhestätte, der unvergängliche Hüter des ewigen Dharmas, du bist das ewige Wesen, das ist meine Überzeugung. (11:18)
Als ohne Anfang, Mitte und Ende, von unendlichem Heldenmut, mit unendlich vielen Armen, mit Mond und Sonne als diene Augen, sehe ich dich mit einem strahlenden Opferverzehrenden Mund, dich der du mit deinem Glanz dieses All erhitzt. (11:19)
Der Raum zwischen Himmel und Erde wird ja von dir allein erfüllt, wie auch alle Himmelsrichtungen. Beim Anblick dieser deiner wundervollen gewaltigen Gestalt, erbeben die drei Welten, o Mahâtmâ. (11:20)
Dort treten Scharen von Göttern in dich ein, manche davon sind erschrockenen und preisen dich mit ehrerbietend gefalteten Händen. Mit dem Ausspruch „Svasti“ besingen dich die Scharen der großen Rishis und Siddhas in prächtigen Hymnen. (11:21)
Und jene Rudras und Âdityas, alle Sâdhyas, die Ashvins, Maruts, Ûshmapas, die Scharen der Gandharvas, Yakshas, Asuras, Siddhas, alle betrachten dich erstaunt. (11:22)
Nachdem sie deine große Gestalt gesehen haben, mit vielen Mündern und Augen, o Starkarmiger, mit vielen Armen, Beinen, Füßen, vielen Bäuchen und klaffend von vielen Fangzähnen, erbeben die Welten und ebenso ich. (11:23)
Den Himmel berührend, lodernd, mit zahllosen Farben, mit geöffnetem Mund und strahlenden riesigen Augen, dich nun so gesehen habend, erzittert mein innerstes Wesen und ich finde weder Mut noch Besänftigung, o Vishnu. (11:24)
Nachdem ich deine von Fangzähnen klaffenden Münder gesehen habe, die dem Feuer am Ende der Zeit gleichen, kenne ich weder Himmelrichtungen noch finde ich Schutz. Sei gnädig, Götterherr, Heimstatt des Alls. (11:25)
Und in dich gehen alle jene Dhritarâshtra-Söhne zusammen mit den Scharen der Fürsten, Bhîshma, Drona und ebenfalls jener Karna, zusammen auch mit unseren Hauptkriegern. (11:26)
Sie treten eilend in deinen Rachen ein, den von Fangzähen klaffenden, den Terror einflößenden. Manche sind zu sehen wie sie zwischen deinen Zähnen mit zermalmten Köpfen stecken. (11:27)
Wie der Flüsse vielen Wasserströme in Richtung Ozean strömen, so treten jene Helden der Menschenwelt in deine entgegenlodernden Rachen ein. (11:28)
Wie Insekten zu ihrer Vernichtung mit wachsender Geschwindigkeit ins lodernde Feuer eintreten, ebenso treten die Menschen in deine Rachen mit wachsender Geschwindigkeit ein, um vernichtet zu werden. (11:29)
Ringsherum alle Menschen mit deinen flammenden Mündern verschlingend züngelst du beständig. Mit Feuer die ganze Welt erfüllend, verbrennen sie deine grausigen Strahlen, o Vishnu. (11:30)
Sage mir, wer du bist, von schrecklicher Gestalt. Verneigung sei dir, Bester der Götter, sei gnädig. Ich wünsche dich, den Allerersten, kennen zu lernen, denn ich verstehe dein Wirken nicht. (11:31)
Der Herrliche sprach —
Ich bin die mächtige Zeit, die die Vernichtung der Welt bewirkt, und darin begriffen ist, hier die Menschen hinwegzuraffen. Auch ohne dich werden alle diese in entgegenstehenden Fronten aufgestellten Krieger nicht bestehen. (11:32)
Deshalb erhebe dich, erlange Ruhm, besiege die Feinde und genieße ein blühendes Königreich. Von mir sind diese bereits erschlagen, sei nur noch ein Werkzeug, du auch mit links Geschickter. (11:33)
Töte Drona, Bhishma, Jayadratha, Karna und ebenso auch andere Kriegerhelden, die bereits von mir getötet sind, Zittere nicht. Kämpfe und du wirst in der Schlacht deine Rivalen besiegen. (11:34)
Sanjaya sprach —
Nachdem er dieses Wort Krishnas gehört hatte, legte der diademgeschmückte Arjuna zitternd die Hände zusammen, grüßte wiederholt ehrerbietig und sprach zu Krishna stammeld, mit großer Furcht sich verneigend. (11:35)
Arjuna sprach —
Zu Recht, o Hrishikesha, freut sich die Welt an deinem Ruhm und ist entzückt. Das erschreckte Übel flieht in alle Himmelsrichtungen und alle Scharen der Siddhas verneigen sich. (11:36)
Und warum sollten sie sich nicht vor dir verneigen, o Mahâtmâ, vor dem, der die erste Ursache ist und sogar großer ist als Brahmâ. O Unendlicher, o Götterherr, o Wohnstatt des Alls, du bist das Unzerstörbare, das Sein, das Nichtsein, und das was jenseits davon ist. (11:37)
Du bist der erste der Götter, das uranfängliche Prinzip, du bist von allem der äußerste Aufbewahrungsort. Du bist der Wissende und das zu Wissende und das höchste Zuhause. Von dir ist alles ausgebreitet, o du mit unendlicher Gestalt. (11:38)
Du bist Yama, Agni, Varuna, der Mond, der Herr der Geschöpfe und der Urahn, Verneigung, Verneigung sei dir tausendfach und wiederum nocheinmal Verneigung, Verneigung dir. (11:39)
Verneigung sei dir von vorn als auch von hinten, Verneigung sei dir von allen Seiten, o alles Seinender. Du bist von unendlicher Kraft, von unermesslich mächtigem Auftreten, du erfüllst alles, daher bist du alles. (11:40)
Denkend du seist mein ebenbürtiger Gefährte, hatte ich ungestüm gesagt: „Hallo Krishna, he Yadu-Sohn, hallo Freund!“ in Unachtsamkeit oder Freundschaft, weil ich deine Majestät nicht kannte. (11:41)
Falls ich dich aus Spaß schlecht behandelt habe, im Spiel, beim Liegen, Sitzen, Essen, allein oder auch in Gegenwart anderer, o Unerschütterlicher, das bitte ich dich, den Unermesslichen, zu vergeben. (11:42)
Du bist Vater der belebten und unbelebten Welt und du bist ihr verehrenswerter wichtigerer Lehrer. Nicht gibt es deinesgleichen, wie könnte ein anderer dich in den drei Welten übertreffen, o du von unvergleichbarer Macht. (11:43)
Deshalb verneige ich mich vor dir und werfe mich vor dir nieder, und bitte dich, du preisenswerter Herr, um Gnade. Wie ein Vater gegenüber seinem Sohn, ein Freund zu seinem Freund, ein Liebender zu dem Geliebten, so ziemt es dir, Gott, dies zu ertragen. (11:44)
Vorher nicht gesehenes geschaut habend bin ich erregt und mein Gemüt ist durch Furcht außer Fassung gebracht. Deshalb lasse mich, o Gott, deine Gestalt wieder sehen, sei gnädig, Götterherr, Heimstatt des Alls. (11:45)
Ich möchte dich sehen mit Diadem, Keule und Diskus in der Hand. Sei von vierarmiger Gestalt, o Tausendarmiger, Allgestalteter. (11:46)
Der Herrliche sprach —
Mit meinem Wohlwollen ließ ich dich, Arjuna diese höchste Gestalt sehen aus meiner eigenen Yoga-Kraft, die aus Glanz bestehende, allumfassende, unendliche, uranfängliche, die von mir von keinem anderen als dir vorher gesehen wart. (11:47)
Weder durch Veda, Opfer, Studium, milde Gaben noch Riten noch durch grausame Askese bin ich in solcher Gestalt in der Menschenwelt von einem anderen als dir zu sehen, o Urheld der Kurus. (11:48)
Sei nicht ängstlich erregt noch verwirrt, nachdem du diese meine derartig schreckliche Gestalt gesehen hast. Lass deine Furcht verschwinden und sei wieder frohgemut, und nun schaue diese Gestalt von mir. (11:49)
Nachdem Krishna dem Arjuna dies so gesagt hatte, ließ er ihn wieder seine eigene Gestalt sehen. Indem der Mahâtmâ wieder seine Gestalt von angenehmer Schönheit annahm, beruhigte er den Erschreckten. (11:50)
Arjuna sprach —
Nachdem ich diese deine angenehme menschliche Gestalt gesehen habe, o Krishna, bin ich nun wieder zu Bewusstsein gekommen und bin wieder ich selbst geworden. (11:51)
Der Herrliche sprach —
Diese Gestalt die du von mir gesehen hast, ist sehr schwer zu schauen. Sogar die Devas haben ständig den Wunsch nach dem Anblick dieser Gestalt. (11:52)
Nicht durch Veda-Studium, noch durch Askese, noch durch milde Gaben, noch durch Opfer bin ich in dieser Art zu sehen wie du mich gesehen hast. (11:53)
Aber durch Hingabe, die keinem anderen gilt, bin ich auf diese Art der Wirklichkeit gemäß zu erkennen und zu sehen und man kann in mich eingehen, Arjuna. (11:54)
Wer seine Handlungen für mich tut, mit mir als höchstem Ziel, mir ergeben, frei von Anhaftung und ohne Feindschaft gegenüber allen Wesen, der kommt zu mir, Arjuna. (11:55)
Om tat sat. Also lautet in den Upanishaden der Bhagavadgita, der Brahmanwissenschaft, dem Yogalehrbuch, dem Gespräch zwischen Srî Krishna und Arjuna, das elfte Kapitel, genannt Yoga der Vision der Allgestalt.
nur Übersetzung:
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mit Sanskrit-Analyse:
Gîtâdhyânam
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