
Arjuna sprach —
Was ist die Beschreibung eines Menschen, der in Weisheit gefestigt und in Samâdhi gegründet ist, Krishna? Ein im Geist Gefestigter, wie spricht er, wie ruht er, wie geht er Dinge an? (2:54)
Der Herrliche sprach —
Wenn sich einer von allen ihm ins Gemüt gegangenen Wünschen löst und schon in sich selbst durch sich selbst zufrieden ist, dann wird er als von gefestigter Weisheit bezeichnet. (2:55)
In Leiden ist sein Gemüt ohne Aufregung, in Freuden ist er ohne Gier. Leidenschaft, Furcht und Zorn sind von ihm gegangen — ein solcher wird ein im höheren Geist gefestigter Weiser genannt. (2:56)
Wer überall verhaftungslos bleibt, was ihm auch zustößt, Schönes oder Unschönes, und weder darüber jubelt noch es hasst, dessen Weisheit ist gefestigt. (2:57)
Und wenn dieser, wie die Schildkröte ihre Glieder, die Sinneskräfte allesamt von den Sinneszielen zurückzieht, dann ist seine Weisheit gefestigt. (2:58)
Die Sinnesobjekte kehren sich vom abstinenten Verkörperten ab, die Lust daran jedoch bleibt. Hat er das Höchste geschaut, verschwindet auch diese Lust. (2:59)
Sogar bei einem strebenden inspirierten Menschen, Arjuna, reißen die ungestümen Sinneskräfte das Gemüt gewaltsam mit sich fort. (2:60)
Alle Sinneskräfte zügelnd, möge man, mir ganz ergeben, in Meditation sitzen. Wem die Sinneskräfte gehorchen, dessen Weisheit ist gefestigt. (2:61)
Über Sinnesobjekte nachsinned entsteht beim Menschen Verhaftung daran. Aus Verhaftung entsteht Wunsch, aus Wunsch Wut, … (2:62)
… aus Wut wird Verblendung, aus Verblendung Gedächtnisstörung, aus Gedächtnisstorung Verlust der Einsicht, durch Verlust der Einsicht wird er erfolglos. (2:63)
Wer sich aber in Sinnesobjekten bewegt mit Sinneskräften, die frei von Neigung und Abneigung und ihm untertan sind, dieser Selbstbeherrschte erlangt friedvolle Geistesklarheit. (2:64)
In friedvoller Geistesklarheit entsteht die Auflösung all seines Leids. Durch den klaren friedvollen Geist wird schnell die Einsicht gefestigt. (2:65)
Für den nicht mit höherem Verbundenen gibt es weder Einsicht noch Meditation. Für den Nicht-Meditierenden gibt es keinen Frieden, und für den Friedlosen, woher kommt Glück? (2:66)
Das Gemüt, das den umherscheifenden Sinneskräften folgt, nimmt die Weisheit des Menschen weg wie der Wind ein Schiff auf dem Wasser. (2:67)
Deshalb, Arjuna, wessen Sinneskräfte allseits von den Sinneszielen zurückgehalten werden, dessen Weisheit ist gefestigt. (2:68)
Was Nacht für alle Wesen ist, darin wacht der Selbstbeherrschte. Worin die Wesen wachen, das ist Nacht für den sehenden Weisen. (2:69)
Wie die Flüsse sich ergießen in den Ozean, der angefüllt wird und unverändert bleibt – in wen so die Wünsche fließen, der erlangt Frieden, aber nicht der Wünsche-Wünschende. (2:70)
Der Mensch, der sich von allen Wünschen gelöst hat, lebt begierdelos. Frei vom Besitz-Gefühl und vom Ego erlangt er Frieden. (2:71)
Dies ist der göttliche Zustand. Wer ihn erlangt hat, wird nicht mehr verwirrt. Wer darin auch im Todeszeitpunkt gefestigt bleibt, erreicht die Seligkeit in Brahman. (2:72)
Om tat sat. Also lautet in den Upanishaden der Bhagavadgita, der Brahmanwissenschaft, dem Yogalehrbuch, dem Gespräch zwischen Srî Krishna und Arjuna, das zweite Kapitel, genannt Erwägung [des Für und Wider] und Yoga.
nur Übersetzung:
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mit Sanskrit:
Gîtâdhyânam
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