
(Vorläufige Übersetzung, die ab und zu verbessert wird.) Einleitung
Gita-Dhyanam Kap.1 2 (1.Teil) 2 (2.Teil) 3 4 5 6 7 8 9 10 11 12 13 14 15 16 17 18
Kap.1 2 (1.Teil) 2 (2.Teil) 3 4 5 6 7 8 9 10 11 12 13 14 15 16 17 18
Erkenntnis, das zu Erkennende, der Erkennende sind der dreifältige Tatenantrieb. Werkzeug, Handlung, Handelnder sind die dreifältigen Tatbestandteile. (18:18)
Erkenntnis, Handlung und Handelnder sind von dreierlei Art nach Guna-Unterschied, wie in der Guna-Auflistung beschreiben. Höre entsprechned davon. (18:19)
Die Erkenntnis, mit der man in allen Wesen das eine unvergängliche Sein erblickt, das Ungetrennte im Getrennten, diese Erkenntnis wisse als sattvisch. (18:20)
Jene Erkenntnis aber, die verschiedenartige getrennte Daseinsformen mit ihrer jeweiligen Besonderheit in allen Wesen erkennt, diese Erkenntnis wisse als rajasisch. (18:21)
Doch jene [Erkenntnis], die, als wäre es das Ganze, sich einer Sache verhaftet, unlogisch, ohne Wahrheit als Ziel, kleinlich, diese wird tamasisch genannt. (18:22)
Jene Handlung, die diszipliniert, von Anhaftung befreit, ohne Zuneigung und Abneigung getan wird und ohne Wunsch nach den Früchten, die wird sattvisch genannt. (18:23)
Aber jene Handlung, die aus dem Bemühen, etwas Erwünschtes zu erlangen, oder auch aus Egoismus getan wird und mit viel Anstrengung verbunden ist, diese wird rajasisch genannt. (18:24)
Jene Handlung, die aufgrund von Verblendung ausgeführt wird, ohne die Konsequenzen der Verschwendung oder Verletzung, noch die eigene Kraft zu beachten, die wird tamasisch genannt. (18:25)
Der Handelnde, der von Anhaftung befreit ist, keinen Nachdruck auf sein Ich legt, mit konstanter Willenkraft ans Werk geht und bei Erfolg und Misserfolg unverändert bleibt, der wird sattvisch genannt. (18:26)
Der Handelnde, der leidenschaftlich ist, ein Ergebnis seiner Handlung erlangen wünscht, der gierig, verletzend und unrein ist, von Freude und Sorgen begleitet, der wird als rajasisch erklärt. (18:27)
Der Handelnde, der nicht bei der Sache ist, vulgär und rigide, hinterhältig, unehrlich, energielos, depressiv und aufschiebend ist, der wird tamasisch genannt. (18:28)
Die dreifache Unterscheidung der Einsicht und der Entschlossenheit gemäß den Gunas höre, vollständig der Reihe nach erklärt, Arjuna. (18:29)
Jene Einsicht, die weiß, was nach außen gekehrte Aktivität und was das Sich-nach-Innen-kehren ist, was zu tun und was zu lassen ist, was zu fürchten und nicht zu fürchten ist, was Bindung und was Befreiung ist, diese, Arjuna, ist sattvisch. (18:30)
Die Einsicht, mit der man Dharma und Nicht-Dharma, und das zu Tuende und das zu Lassende unpassend versteht, diese Einsicht, Arjuna, ist rajasisch. (18:31)
Jene Einsicht, die Unrecht für Recht hält, von Dunkelheit umhüllt ist und alle Dinge verdreht, die ist tamasisch, Arjuna. (18:32)
Die Entschlusskraft, mit der man die Aktivitäten von Gemüt, Lebensenergie, Sinneskräften unabgelenkt durch Yoga führt, diese Entschlusskraft ist sattvisch, Arjuna. (18:33)
Die Entschlusskraft, mit der man sich an Pflichten, Genüssen, Wohlstand festhält, und bei sich anbietender Gelegenheit Ergebnisse verlangt, diese Entschlusskraft ist rajasisch, Arjuna. (18:34)
Die Entschlusskraft, mit der sich der Dumme nicht von Schläfrigkeit, Furcht, Sorge, Depression und Rausch befreit, diese Entschlusskraft ist tamasisch, Arjuna. (18:35)
Nun aber höre von mir vom dreifachen Glück, Arjuna. Dort, wo man aufgrund von wiederholter Übung zufrieden ist und zum Ende des Leids gelangt, (18:36)
… was am Anfang wie Gift und am Ende wie Nektar erscheint, dieses Glück wird sattvisch genannt; es ist aus der Gnade der eigenen Einsicht entstanden. (18:37)
Jenes Glück, das aus dem Kontakt von Sinnesorganen mit Sinnesobjekten entsteht, das zuerst wie Nektar erscheint und am Ende wie Gift, dieses Glück wird als rajasisch angesehen. (18:38)
Jenes Glück, mit dem man von Anfang bis zum Ende sich selbst ablenkt, und das aus Schläfrigkeit, Energielosigkeit und Nachlässigkeit entsteht, das wird tamasisch genannt. (18:39)
Es gibt weder auf Erden noch im Himmel, noch nicht einmal unter den Göttern ein Wesen, das von diesen drei aus der Grundmateriei entstandenen Gunas befreit wäre. (18:40)
Die Aufgaben von Priestern, Fürsten, Siedlern und Mitarbeitern werden von den aus ihrer jeweiligen Natur entstandenen Eigenschaften eingeteilt, Arjuna. (18:41)
Geistesruhe, Selbstbeherrschung, Askese, Reinheit, Geduld, Aufrechtheit, Erkenntnis, Unterscheidung und Frömmigkeit sind sind die Aufgaben der mit Brahman Beschäftigten, die aus ihrer eigener Natur entstanden sind. (18:42)
Mut, Energie, Entschlusskraft, Geschicklichkeit im Kampf sowie nicht die Flucht zu ergreifen, Freigebigkeit und Führungselan sind Aufgabe der Regierenden, aus deren Natur entstanden. (18:43)
Ackerbau, Viehzucht, Handel sind die Aufgabe der Siedler, aus deren Wesen entstanden. Anderen behilflich zu sein ist die Aufgabe der Mitarbeiter, aus deren Wesen entstanden. (18:44)
Der Mensch, der in der eigenen jeweiligen Tätigkeit zufrieden ist, erlangt ganzen Erfolg. Höre nun, wie derjenige, der der eigenen Tätigkeit ergeben ist, Vollendung findet. (18:45)
Wenn ein Mensch durch die eigene Tätigkeit denjenigen verehrt, vom dem die Entstehung der Wesen stammt und von dem dies alles ausgebreitet wurde, dann findet er Vollendung. (18:46)
Besser die eigene Aufgabe unvollkommen als eine fremde Aufgabe gut durchgeführt. Beim Durchführen der Aufgabe, die dem eigenen Wesen entspricht, erlangt man keine Schuld. (18:47)
Die naturgemäße Tätigkeit, Arjuna, auch wenn mit Fehlern verbunden, sollte man nicht aufgeben, denn alle Unternehmungen sind von Fehlern umgeben wie Feuer vom Rauch. (18:48)
Wessen Einsicht überall unverhaftet ist, wer sich selbst besiegt hat, vom wem das Verlangen gewichen ist, der erlangt durch Entsagung die höchste Vollendung der Freiheit vom Karma. (18:49)
Wie man, nachdem man die Vollendung erlangt hat, auch Brahman erlangt, höre von mir zusammengefasst, Arjuna. Das ist der höchste Zustand der Erkenntnis. (18:50)
Derjenige, der mit seiner gereinigten Einsicht vereint ist, sich selbst durch Entschlusskraft gezügelt hat, der Sinnesobjekten, angefangen bei den auditiven usw., entsagt hat und Neigung und Abneigung verworfen hat, (18:51)
… der die Einsamkeit frequentiert, leicht isst, Sprache, Körper und Denken gezügelt hat, ständig den Yoga der Meditation praktiziert und der Leidenschaftslosigkeit ganz ergeben ist, (18:52)
… und Ego, Gewalt, Arroganz, Begehren, Groll, und Besitzergreifen aufgegeben hat und frei vom Mein-Gefühl in Frieden ist, dieser ist bereit zum Eingehen ins Brahman. (18:53)
Der mit Brahman vereinte ist gnädig gestimmten Geistes, er macht sich keine Sorgen und begehrt nichts. Er ist der gleiche gegenüber allen Wesen. Er erlangt höchste Hingabe zu mir. (18:54)
Durch Hingabe zu mir erkennt er, wie groß ich bin und wer ich in Wahrheit bin. Nachdem er mich in Wahrheit erkannt hat, tritt er unmittelbar darauf in mich ein. (18:55)
Auch derjenige, der all seine Handlungen stets in Hingabe an mich durchführt, erlangt durch meine Gnade die ewige unvergängliche Stätte. (18:56)
Lege geistig alle Handlungen in mich, mit mir als höchstem Ziel, stütze dich auf den Yoga der Einsicht, sei jemand, dessen Aufmerksamkeit ständig mir gilt. (18:57)
Wenn deine Aufmerksamkeit mir gilt, wirst du alle Schwierigkeiten durch meine Gnade überwinden. Wenn du aber aus Egoismus nicht hören willst, wirst du erfolglos sein. (18:58)
Wenn du auf Egoismus gestützt denkst: „ich werde nicht kämpfen“, ist dies ist ein vergeblicher Entschluss von dir. Deine Natur wird dich zwingen. (18:59)
Arjuna, gebunden durch deine Aufgabe, die aus deiner eigenen Natur entstanden ist, wirst du das, was du aus Verblendung nicht tun willst, unwillkürlich doch tun. (18:60)
Der göttliche Herr befindet sich in der Herz-Region aller Wesen, Arjuna. Er lässt alle Wesen durch Mâyâ umherirren wie an einer Vorrichtung befestigte Gliederpuppen. (18:61)
Zu ihm allein nehme mit deinem ganzen Wesen Zuflucht, Arjuna. Durch seine Gnade wirst du den höchsten Frieden und die ewige Wohnstatt erlangen. (18:62)
Hiermit wurde dir von mir das Wissen erklärt, das geheimer als ein Geheinmnis ist. Nachdem du es vollständig überdacht hast, handele so, wie du möchtest. (18:63)
Noch einmal höre das Geheimste von mir, den höchsten Rat. Du wirst von mir fest geliebt, darum werde ich dir das Heil erklären. (18:64)
INHALT: Entsagung der Früchte des Handelns — Wirkung verschiedener Gunas auf Handlung, den Handelnden, Einsicht, Entschlossenheit und Glück — Führe deine natürliche Aufgabe durch — Tue was du möchtest, nachdem du verstanden hast
Om, dem glückverheißenden höchstem Selbst Verneigung.
Hier beginnt das achtzehnte Kapitel.
Arjuna sprach —
Von Sannyâsa, der Entsagung, möchte ich das Grundprinzip kennenlernen und auch von Tyâga, dem Verzichten, Krishna, und deren Unterschied. (18:1)
Der Herrliche sprach —
Die Dichter verstehen unter Sannyâsa das Aufgeben von Taten der Wünsche. Das Verzichten auf die Früchte aller Taten nennen die Seher Tyâga. (18:2)
Einige Weise sagen, auf Tun sei zu verzichten, weil es mit Fehlern verknüpft ist. Andere sagen, dass auf Taten der Weihehandlung, Freigebigkeit und Askese nicht verzichtet werden soll. (18:3)
Höre hier meine Entscheidung zum Verzicht, Arjuna. Denn Verzicht wird als von drei Arten beschrieben. (18:4)
Auf Taten der Weihehandlung, Freigebigkeit und Askese ist nicht zu verzichten, sondern sie sind durchzuführen. Weihehandlung, Freigebigkeit und Askese sind Läuterungsmittel für die Weisen. (18:5)
Diese Taten sind durchzuführen während man auf Anhaftung und Früchte verzichtet, Arjuna. Das ist meine entschiedene entgültige Ansicht. (18:6)
Die Entsagung vorgeschriebener Taten ziemt sich nicht. Deren Unterlassung aufgrund von Verblendung wird tamasisch genannt. (18:7)
Wer auf eine Tat, weil sie schwierig ist, und aus Furcht vor körperlicher Anschtrengung, verzichtet, der hat einen rajasischen Verzicht getan und erlangt nicht die Frucht des Verzichts. (18:8)
Wenn eine vorgeschriebene Tat getan wird, weil sie zu tun ist, Arjuna, während auf Anhaftung und Früchte verzichtet wird, dann gilt dieser Verzicht als sattvisch. (18:9)
Wer unerfreuliches Tun nicht hasst und an erfreulichem nicht klebt, dieser Verzichter ist von Sattva erfüllt, er hat spirituelles Verständnis, seine Zweifel sind gelöst. (18:10)
Für Verkörperte ist es nicht möglich, auf Taten restlos zu verzichten. Wer aber auf die Früchte der Taten verzichtet, der wird als Verzichter angesehen. (18:11)
Unerwünscht, erwünscht und vermischt ist das dreifache Ergebnis von Taten, das nach dem Tod für die Nichtverzichtenden wirkt, jedoch nie für die Entsagenden. (18:12)
Vernimm von mir, Arjuna, die fünf Elemente, die nach Aufassung der Sânkhya-Methode zur Vollendung aller Taten gehören. (18:13)
Die Ausgangsbasis, dann der Handelnde und die verschiedenen Arten von Handlungswerkzeugen, die vielfältigen Einzelaktivitäten und dazu als Fünftes die göttliche Fügung. (18:14)
Welche Tat ein Mensch mit Körper, Sprache, Denken beginnt, ob richtig oder falsch, diese Fünf sind ihre Faktoren. (18:15)
Wer, obwohl dies so ist, trotzdem allein sich selbst als Täter ansieht, dieser Begriffsstutzige sieht wegen ungetätigter Einsicht nicht. (18:16)
Wessen Senszustand nicht egoistisch ist, wessen Einsicht nicht verunreinigt ist, der tötet nicht, auch wenn er diese Leute tötet, noch wird er dadurch gebunden. (18:17)
Richte dein Gemüt auf mich, gehöre mir an, bringe mir dar, verneige dich vor mir. Zu mir wirst du kommen, wirklich, das verspreche ich dir. Du bist mir lieb. (18:65)
Gib alles Muss auf und gehe zu mir als einzige Zuflucht. Ich werde dich von allem Übel befreien. Gräme dich nicht. (18:66)
Dies ist niemandem mitzuteilen, der nicht Askese übt, der kein Verehrer ist, der es nicht hören will und der über mich meckert. (18:67)
Wer diese höchste Geheimnis meinen Verehrern darlegen wird, und höchste Hingabe zu mir praktizieren wird, der wird zu mir kommen, frei von Zweifeln. (18:68)
Und unter den Menschen gibt es keinen, der mir lieberes tut, und kein anderer als er wird mir lieber sein auf Erden. (18:69)
Und wer dieses unser heiliges Zwiegespräch rezitieren wird, von dem werde ich durch Erkenntnisdarbringung verehrt, das ist meine Meinung. (18:70)
Auch jener Mensch, der voller Vertrauen und ohne zu murren dies hören möchte, auch er kann befreit die glücklichen Welten derjenigen erlangen, die gutes Karma haben. (18:71)
Hast du dies, Arjuna mit konzentriertem Geist gehört? Ist deine durch Unwissenheit hervorgerufene Verblendung gewichen, Arjuna? (18:72)
Arjuna sprach —
Verschwunden ist die Verblendung, durch deine Gnade wurde von mir die Erinnerung erlangt, Krishna. Ich bin gefestigt, der Zweifel ist weg, ich werde nach deinem Rat handeln. (18:73)
Sanjaya sprach —
So habe ich diesen wundervollen Dialog von Krishna und Arjuna, der großen Seele, gehört, wodurch einem vor Freude die Haare zu Berge stehen. (18:74)
Durch Vyâsas Gnade habe ich diesen geheimen höchsten Yoga gehört unmittelbar von Krishna selbst, dem Herrn des Yoga. (18:75)
O König, immer wieder erinnere ich mich an dieses wunderbare heilige Gespräch von Krishna und Arjuna und freue ich mich stets aufs neue. (18:76)
Und immer wieder erinnere ich mich an diese überaus wunderbare Gestalt von Hari und mein Erstaunen ist groß, o König und ich freue mich wieder und wieder. (18:77)
Dort, wo Krishna, der Herr des Yoga und Arjuna, der Bogenschütze sind, dort sind Glück, Sieg, Wohlstand und dauerhafte Redlichkeit, das ist meine Überzeugung. (18:78)
Om tat sat. Also lautet in den Upanishaden der Bhagavadgita, der Brahmanwissenschaft, dem Yogalehrbuch, dem Gespräch zwischen Srî Krishna und Arjuna, das achtzehnte Kapitel, genannt Yoga der Befreiung durch Entsagung.
nur Übersetzung:
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mit Sanskrit-Analyse:
Gîtâdhyânam
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