Bhagavad-Gîtâ, 15. Kap., Purushottama-Yoga, grammatische Analyse

Bhagavad-Gita, indische Ausgabe
Indische Ausgabe der Bhagavad-Gita

(Vorläufige Übersetzung, die ab und zu verbessert wird.) Einleitung

Nur Übersetzung:

 Kap.1    2 (1.Teil)   2 (2.Teil)   3    4    5    6    7    8    9    10    11    12    13    14    15    16    17    18  

Wort-für-Wort grammatische Analyse des Sanskrittexts:

Gita-Dhyanam   Kap.1    2 (1.Teil)    2 (2.Teil)    3    4    5    6    7    8    9    10    11    12    13    14    15    16    17    18 

oṃ śr-īparamātmane namaḥ |
atha pañcadaśo 'dhyāyaḥ ||

Om, dem glückverheißenden höchsten Selbst Verneigung.
Hier beginnt das fünfzehnte Kapitel.

śrī-bhagavān uvāca |
ūrdhva-mūlam adhaḥ-śākham   aśvatthaṃ prāhur avyayam |
chandāṃsi yasya parṇāni   yas taṃ veda sa vedavit || 15:1 ||

ūrdhva-mūlamakk sg moben die Wurzel [habend]
adhaḥ-śākhamakk sg munten die Zweige [habend]
aśvatthamakk sg mden Ashvattha-Baum
pra-āhuḥ3 p pl perfekthaben sie verkündet
a-vi-ayamakk sg munvergänglich
chandāṃsiakk pl nvedische Hymnen, Zauberlieder, heilige Lieder
yasyagen sgdessen
parṇāniakk pl nBlätter
yaḥnom sg mderjenige welcher
tamakk sg nihn
veda3 p sg perfkennt
saḥnom sg mder [ist]
veda-vitnom sg mVeda-kennend

Der Herrliche sprach —
Nach oben die Wurzeln, nach unten die Zweige, dieser Ashvattha-Feigenbaum wird als unvergänglich beschrieben. Seine Blätter sind poetische Zauberlieder. Wer ihn kennt, ist kundig im heiligen Wissen.

adhaś cordhvaṃ pra-sṛtās tasya śākhā
guṇa-pravṛddhā viṣaya-pravālāḥ |
adhaś ca mūlāny anusaṃtatāni
karmānubandhīni manuṣya loke || 15:2 ||

adhaḥadverbnach unten
ca und
ūrdhvamadverbnach oben
pra-sṛtāḥnom pl m pppausgebreitet, hingewachsen
tasya dessen
śākhāḥnom pl fZweige
guṇa-pra-vṛddhānom pl f pppvon Gunas ernährt, zum Wachsen gebracht
viṣaya-pra-vālāḥnom pl fmit Sinnesobjekten als frischen Trieben
adhaḥadverbunten
ca und
mūlāninom pl nWurzeln
anu-sam-tatāninom pl n pppüberall ausgebreitet
karma-anu- bandhīninom pl nHandlungen als Folge
manuṣyagen sg mdes Menschen
lokelok sg min der Welt

Nach unten und oben gehen seine Zweige, sie gedeihen durch die Eigenschaften der materiellen Natur, mit Sinnesobjekten als frischen Trieben. Auch unten in der Menschenwelt breiten sich Wurzeln überall aus. Diese haben Verstrickungen in Handlungen zur Folge.

na rūpam asyeha tathopalabhyate
nānto na cādir na ca saṃpratiṣṭhā |
aśvattham enaṃ suvirūḍha-mūlam
asaṅga-śastreṇa dṛḍhena chittvā || 15:3 ||

na nicht
rūpamnom sg nForm, Wesen, Eigenart
asyagen sg nseine
iha hier, in dieser Welt
tathā so, in dieser Weise
upa-labhyate3 p sg präs passwird wahrgenommen
na nicht
antaḥnom sg mEnde, Grenze
na ca und nicht
ādiḥnom sg mAnfang
na ca und nicht
saṃ-pra-tiṣṭhānom sg fBestehen
aśvatthamakk sg mAshvattha-Baum
enamakk sg mdiesen
su-vi-rūḍha-mūlaṃakk sg m (rūḍha=ppp)mit gut ausgewachsener/voll entwickelter Wurzel
a-saṅga-śastreṇainst sg mmit dem Schwert der Verhaftungslosigkeit
dṛḍhenainst sg mmit dem gefestigten
chittvāabsolutivabgeschlagen habend, gefällt habend, zerstört habend

Seine Form wird hier nicht in dieser Art wahrgenommen, weder sein Ende, sein Anfang, noch sein Bestehen. Dieser fest verwurzelte Feigenbaum ist mit dem entschlossen geführten Schwert der Verhaftungslosigkeit zu fällen.

tataḥ padaṃ tat parimārgitavyaṃ
yasmin gatā na nivartanti bhūyaḥ |
tam eva cādyaṃ puruṣaṃ prapadye
yataḥ pravṛttiḥ prasṛtā purāṇī || 15:4 ||

tataḥ dann
padamnom sg nStandpunkt, Fuß(spur), Zeichen, Seinszustand, Schritt, Position
tatnom sg ndas/der
pari-mārgitavyamnom sg n gerundivist rundherum/gründlich zu suchen
yasminlok sg nwo, wohin
gatāḥnom pl mdie Gegangenen
na nicht
ni-vartanti3 p pl präszurückkehren
bhūyaḥ noch einmal wieder
tamakk sg mden, zu dem
eva in der Tat
ca und, sicherlich
ādyamakk sg mersten, ursprünglichen
puruṣamakk sg mWesen, Prinzip
pra-padye1 p sg präs Ātmnehme ich Zuflucht, falle zu Füßen von
yataḥkorrelativ-pronvon wo
pra-vṛttiḥnom sg fManifestation, Hervorkommen
pra-sṛtānom sg f pppsich ausgebreitet hat
purāṇīnom sg fdie alte, die zur alten Zeit gehörende

Dann ist der Zustand gründlich zu suchen, von welchem die dorthin Gegangenen nicht wieder zurückkehren, mit dem Gedanken: „Diesem Urwesen wahrlich werfe ich mich zu Füßen, aus dem die Vielheit seit alters her hervorgekommen ist.“

nir-māna-mohā jita-saṅga-doṣā
adhyātma-nityā vinivṛtta-kāmāḥ |
dvaṃdvair vimuktāḥ sukha-duḥkha-saṃjñair
gacchanty amūḍhāḥ padam avyayaṃ tat || 15:5 ||

nir-māna-mohāḥnom pl mohne Arroganz und Verwirrung
jita-saṅga-doṣāḥnom pl mbesiegt habend den Verhaftungs-Fehler
adhi-ātma-nityāḥnom pl mim höchsten Selbst ständig
vi-ni-vṛtta-kāmāḥnom pl mweggedreht die Wünsche
dvaṃdvaiḥinst pl nvon den Paaren (der Gegensätze)
vi-muktāḥnom pl m pppbefreit
sukha-duḥkha- saṃjñaiḥinst pl mvon denen, die Angenehm und Unangenehm genannt werden
gacchanti3 p pl präsgehen
a-mūḍhāḥnom pl mdie Unberauschten, Unverwirrten
padamakk sg nzum Standpunkt, Ort
a-vi-ayamakk sg nzum unvergänglichen
tatakk sg nzu diesem

Die von Arroganz und Verblendung freien, die das Übel der Verhaftung besiegt haben, die stets im höchsten Selbst verankert sind, von denen sich die Wünsche abgewendet haben, die befreit sind von den als Freude und Leid bekannten Gegensatzpaaren, diese Unverwirrten erlangen diesen unvergänglichen Seinszustand.

na tad bhāsayate sūryo   na śaśāṅko na pāvakaḥ |
yad gatvā na nivartante   tad dhāma paramaṃ mama || 15:6 ||

na nicht
tatakk sg njenes (d.h. jenen Ort, Seinszustand)
bhāsayate3 p sg kausbeleuchtet
sūryaḥnom sg mdie Sonne
na nicht
śaśa-aṅkaḥnom sg mder Mond (der mit einem Hasen markierte)
na nicht
pāvakaḥnom sg mleuchtendes Feuer, der Feuer-Gott
yatakk sg nwohin
gatvāabsolutivgegangen seiend
na nicht
ni-vartante3 p pl prässie kehren zurück
tatnom sg ndas (ist)
dhāmanom sg nWohnstatt, Haus
paramamnom sg ndas höchste
mama mein

Diesen Seinszustand beleuchtet weder die Sonne, noch der Mond, noch das Licht des Feuers. Die dorthin gegangen sind, kehren nicht wieder zurück. Das ist meine höchste Wohnstatt.

mamaivāṃśo jīva-loke   jīva-bhūtaḥ sanātanaḥ |
manaḥ-ṣaṣṭhānīndriyāṇi   prakṛtisthāni karṣati || 15:7 ||

mamagen sgmein, von mir
eva in der Tat, nur
aṃśaḥnom sg mein Teil
jīva-lokelok sg min der Welt/Region der Lebewesen
jīva-bhūtaḥnom sg m pppein Lebewesen geworden, ein lebendes Geschöpf,
sanātanaḥnom sg mewig
manaḥ-ṣaṣṭhāniakk sg ndie mit dem Denkorgan sechs
indriyāṇiakk pl ngeistigen Steuerorgane der Sinnesorgane
prakṛti-sthāniakk pl ndie in der materiellen Natur wohnen, bestehen
karṣati3 p sg präszieht zu sich

Ein ewiges Teilchen von mir ist in der Welt der Seelen die individuelle Seele geworden. Es zieht die in der materiellen Natur befindlichen Sinnes- und Denkfähigkeiten an sich.

śarīraṃ yad avāpnoti   yac cāpy utkrāmatīśvaraḥ |
gṛhītvaitāni saṃyāti   vāyur gandhān ivāśayāt || 15:8 ||

śarīramakk sg nden Körper
yatakk sg nwelchen, wenn
ava-āpnoti3 p sg präser erlangt
yatakk sg nwelchen, wenn
ca und
api auch
ut-krāmati3 p sg präser heraustritt
īśvaraḥnom sg mder Herr [hier ist die Seele gemeint]
gṛhītvāabsolutivergriffen habend, mitgenommen habend
etāniakk pl ndiese
sam-yāti3 p sg präsgeht
vāyuḥnom sg mder Wind
gandhānakk pl mdie Düfte
iva wie
ā-śayātabl sg mvon einem Gefäß

Wenn es als Herr einen Körper annimmt und auch wenn es einen verlässt, geht es, in dem er diese Fähigkeiten mit sich mitnimmt, wie der Wind die Düfte aus einem Gefäß.

śrotraṃ cakṣuḥ sparśanaṃ ca   rasanaṃ ghrāṇam eva ca |
adhiṣṭhāya manaś cāyaṃ   viṣayān upasevate || 15:9 ||

śrotramakk sg nHören
cakṣuḥakk sg nSehen
sparśanamakk sg nFühlen
ca und
rasanamakk sg nSchmecken
ghrāṇamakk sg nRiechen
eva in der Tat
ca und
adhi-ṣṭhāyaabsolutiv, √sthavorstehend, regierend
manaḥakk sg ndas Denken
ca und
ayamnom sg mdieser
viṣayānakk pl mdie Sinnesobjekte
upa-sevate3 p sg präs Ātmbesucht, frequentiert

Indem es sich Hören, Sehen, Fühlen, Schmecken, Riechen und auch das Gemüt zu Nutze macht, kommt es in Kontakt mit den Sinnesobjekten.

utkrāmantaṃ sthitaṃ vāpi   bhuñjānaṃ vā guṇānvitam |
vimūḍhā nānupaśyanti   paśyanti jñānacakṣuṣaḥ || 15:10 ||

ut-krāmantamakk sg m ppräsheraussteigend, wegtretend
sthitamakk sg m pppgestanden, geblieben
 oder
api auch
bhuñjānamakk sg m ppräsgenießend, sich erfreuend an
 oder
guṇa-anu-itamakk sg m pppGuna-begleitet
vimūḍhāḥnom pl mdie Verwirrten
na nicht
anu-paśyanti3 p pl prässehen, erkennen
paśyanti3 p pl prässehen
jñāna-cakṣuṣaḥnom pl mdie durch das Auge der Erkenntnis gekennzeichneten

Die Verblendeten erkennen nicht, wenn es den Körper verlässt oder dort wohnt oder wenn es genießt oder mit den Gunas der Natur verbunden ist. Diejenigen, die das Auge der Erkenntnis haben, erkennen es.

yatanto yoginaś cainaṃ   paśyanty ātmany avasthitam |
yatanto 'py akṛtātmāno   nainaṃ paśyanty acetasaḥ || 15:11 ||

yatantaḥnom pl m ppräsdie strebenden
yoginaḥnom pl mYogis
ca und
enamakk sg mdiesen
paśyanti3 p pl prässehen
ātmanilok sg mim Selbst, in sich selbst
ava-sthitamakk sg m pppenthalten, seinen Platz habend
yatantaḥnom pl m ppräsdie strebenden
api auch, sogar, noch, zudem
a-kṛta-ātmānaḥnom pl mdie mit un-(vor)bereitetem Selbst
na nicht
enamakk sg mihn
paśyanti3 p pl prässehen
a-cetasaḥnom pl mdie Un-bewussten

Und die strebenden Yogis sehen, wie dieses in ihrem eigenen Wesen wohnt, während diejenigen, die geistig unvorbereitet und unbewusst sind, es nicht sehen, obwohl sie sich bemühen.

yad ādityagataṃ tejo   jagad bhāsayate 'khilam |
yac candramasi yac cāgnau   tat tejo viddhi māmakam || 15:12 ||

yatnom sg nwelches
āditya-gatamnom sg n pppvon der Sonne ausgegangen
tejaḥnom sg nGlanz
jagatakk sg ndas Universum
bhāsayate3 p sg präs kaus Ātmbringt dazu sich zu zeigen, zu erscheinen
a-khilamakk sg nohne Rest
yatnom sg nwelches
candramasilok sg mim Mond
yatnom sg nwelches
ca und
agnaulok sg mim Feuer
tatnom sg ndieser
tejaḥnom sg nGlanz
viddhi2 p sg imperativwisse
māmakamakk sg nden Meinen

Den Lichtglanz, der von der Sonne ausgehend das ganze Universum sichtbar macht, welcher im Mond und im Feuer ist, erkenne ihn als meinen Glanz

gām āviśya ca bhūtāni   dhārayāmy aham ojasā |
puṣṇāmi cauṣadhīḥ sarvāḥ   somo bhūtvā rasātmakaḥ || 15:13 ||

gāmakk sg fdie Gehende [wohl eine Bezeichnung für die Erde]
ā-viśyaabsolutivbetreten habend, hineingegangen seiend
ca und
bhūtāninom pl ndie Wesen
dhārayāmi1 p sg präs kauserhalte
aham ich
ojasāinst sg ndurch Fortpflanzungskraft
puṣṇāmi1 p sg präsbringe zum Gedeihen
ca und
oṣadhīḥakk pl fPlanzen
sarvāḥakk pl falle
somaḥnom sg mSoma-Saft, Planzensaft
bhūtvāabsolutivgeworden seiend
rasa-ātmakaḥnom sg msaftiger Natur, Saft als Essenz, schmackhaft, schön,

Ich bin in die Erde eingegangen und erhalte die Geschöpfe durch meine Fortpflanzungskraft. Ich bringe alle Pflanzen zum Gedeihen indem ich zum nährenden Pflanzensaft geworden bin.

ahaṃ vaiśvānaro bhūtvā   prāṇināṃ deham āśritaḥ |
prāṇāpānasamāyuktaḥ   pacāmy annaṃ caturvidham || 15:14 ||

aham ich
vaiśvā-naraḥnom sg mdas zu allen Menschen gehörende, d.h. das Feuer
bhūtvāabsolutivgeworden seiend
prāṇināmgen pl mder Atmenden, d.h. der Lebewesen
dehamakk sg nKörper
ā-śritaḥnom sg m pppverbunden mit, bewohnt, eingetreten
prāṇa-apāna- sam- ā-yuktaḥnom sg mverbunden mit Ein- und Ausatmung
pacāmi1 p präsich koche, verdaue
annamakk sg nNahrung
catur-vidhamakk sg nvier-artig (d.h. zu Trinkendes, zu Leckendes, zu Kauendes, Breiiges)

Ich bin das Feuer geworden, das in der Lebewesen Körper eingetreten ist. Verbunden mit Ein- und Ausatmung verdaue ich die verschiedenen Arten von Nahrung.

sarvasya cāhaṃ hṛdi saṃniviṣṭo
mattaḥ smṛtir jñānam apohanaṃ ca |
vedaiś ca sarvair aham eva vedyo
vedāntakṛd vedavid eva cāham || 15:15 ||

smṛtiḥnom sg fErinnerung
jñānamnom sg nErkenntnis
apa-ūhanamnom sg nWiderlegung, Argumentieren
ca und
vedaiḥinst pl mdurch die Veden
ca und
sarvaiḥinst pl mdurch alle
aham ich
eva in der Tat
vedyaḥgerundiv nom sg mder zu erkennende
vedānta-kṛtnom sg mder Vedānta-Macher, Schöpfer der Vedānta-Philosophie
veda-vitnom sg mVeda-kennend
eva in der Tat
ca und
aham ich
sarvasyagen sg mvon allen
ca und
aham ich
hṛdilok sg nim Herzen
sam-ni-viṣṭaḥnom sg m pppzusammen nieder-gesetzt, tief hineingegangen
mattaḥabl sgvon mir

Und ich bin tief ins Herz von allen eingezogen. Von mir stammen Erinnerung, Erkenntnis und Widerlegung. Ich bin es, den es in allen heiligen Schriften zu erkennen gilt. Von mir stammt die Essenz der heiligen Schriften und ich bin der Kenner des heiligen Wissens.

dvāv imau puruṣau loke   kṣaraś cākṣara eva ca |
kṣaraḥ sarvāṇi bhūtāni   kūṭastho 'kṣara ucyate || 15:16 ||

dvaunom dual mzwei
imaunom dual mdiese
puruṣaunom dual mPrinzipien
lokelok sg min der Welt
kṣaraḥnom sg mvergänglich
ca und
a-kṣaraḥnom sg mun-vergänglich
eva in der Tat
ca und
kṣaraḥnom sg mvergänglich
sarvāninom pl nalle
bhūtāninom pl nWesen
kūṭa-sthaḥnom sg man höchster Stelle stehend [eine Bezeichnung des Brahman]
a-kṣaraḥnom sg mun-vergänglich
ucyate3 p sg präs passwird genannt, erklärt, es heißt

Diese zwei Wesensprinzipien gibt es in der Welt: das Vergängliche und das Unvergängliche. Vergänglich sind alle Geschöpfe. Brahman, heißt es, ist das Unvergängliche.

uttamaḥ puruṣas tv anyaḥ   paramātmety udāhṛtaḥ |
yo lokatrayam āviśya   bibharty avyaya īśvaraḥ || 15:17 ||

uttamaḥnom sg mäußerste, letzte
puruṣaḥnom sg mPrinzip
tu jedoch
anyaḥnom sg manders
parama-ātmānom sg mder höchte Ātman
iti also
ut-ā-hṛtaḥnom sg m ppperklärt
yaḥnom sg mwelches
loka-trayamakk sg ndie Welt-Dreiheit [=Erde, Himmel, Zwischenreich, d.h. alle möglichen Welt]
ā-viśyaabsolutivhineingegangen seiend
bibharti3 p sg präserhält
a-vi-ayanom sg munvergänglich
īśvaraḥnom sg mder Herr, Gebieter, Gott

Doch es gibt noch ein anderes, höheres Wesensprinzip. Es wird das höchste Selbst genannt. Es ist in alle Welten eingetreten und erhält sie als unvergänglicher Gott.

yasmāt kṣaram atīto 'ham   akṣarād api cottamaḥ |
ato 'smi loke vede ca   prathitaḥ puruṣottamaḥ || 15:18 ||

yasmātabl sgseit, weil, von wo
kṣaramakk sg mdas Vergängliche
ati-itaḥnom sg m pppdarüber hinaus gegangen
aham ich
a-kṣarātabl sg mals das Unvergängliche
api sogar
ca und
uttamaḥnom sg mäußerst
ataḥ deshalb
asmi1 p sg präsich bin
lokelok sg min der Welt, bei den Menschen
vedelok sg mim Veda
ca und
prathitaḥnom sg m pppverbreitet, gefeiert, zu erkennen gegeben
puruṣa-uttamaḥnom sg mhöchstes Prinzip, höchste Wesenheit

Weil ich über das Vergängliche hinausgehe und sogar jenseits des Unvergänglichen bin, werde ich von den Menschen und den Veden als höchstes Wesensprinzip verehrt.

yo mām evam asaṃmūḍho   jānāti puruṣottamam |
sa sarvavid bhajati māṃ   sarvabhāvena bhārata || 15:19 ||

yaḥnom sg mderjenige welcher
māmakk sgmich
evam so, auf diese Art
a-sam-mūḍhaḥnom sg m pppunverwirrt
jānāti3 p sg präser weiß, kennt
puruṣa-uttamamakk sg mden höchsten Purusha, höchstes Prinzip
saḥnom sg mder
sarva-vidnom sg malles wissend
bhajati3 p sg präser verehrt
māmakk sgmich
sarva-bhāvenainst sg mmit ganzem Wesen
bhāratavokoh Bharata-Nachkomme

Wer mich auf diese Art, unverwirrt, als höchstes Wesensprinzip kennt, der ist allwissend und verehrt mich mit ganzem Wesen, Arjuna.

iti guhyatamaṃ śāstram   idam uktaṃ mayānagha |
etad buddhvā buddhimān syāt   kṛta-kṛtyaś ca bhārata || 15:20 ||

iti also
guhyatamamnom sg n superldas geheimste
śāstramnom sg nLehre
idamnom sg ndieses
uktamnom sg n ppperklärt, gesagt, verkündet
mayāinst sgvon mir
an-aghavokoh Sündloser
etatakk sg ndies
buddhvāabsolutivverstanden habend
buddhi-mānnom sg mmit Verständnis versehen, weise
syāt3 p sg optativer ist wohl
kṛta-kṛtyaḥnom sg mgetan das zu tuende
ca und
bhāratavokoh Bharata-Nachkomme

Dies ist die geheimste Lehre, die von mir erklärt wurde, du Sündloser. Wenn man sie verstanden hat, ist man weise und hat das, was zu tun war, erledigt, Arjuna.

oṃ tat sat iti śrīmad-bhagavadgītāsūpaniṣatsu brahma-vidyāyāṃ yoga-śāstre śrīkṛṣṇārjuna-saṃvāde puruṣottama-yogo nāma pañcadaśo 'dhyāyaḥ

Om tat sat. Also lautet in den Upanishaden der Bhagavadgita, der Brahmanwissenschaft, dem Yogalehrbuch, dem Gespräch zwischen Srî Krishna und Arjuna, das fünfzehnte Kapitel, genannt Yoga des höchsten Wesensprinzips.

nur Übersetzung:   1   21-53  254-72  3   4   5   6   7   8   9   10   11   12   13   14   15   16   17   18 
mit Sanskrit:  Gîtâdhyânam  1   21-53  254-72  3   4   5   6   7   8   9   10   11   12   13   14   15   16   17   18